Das Huhn

Alles, was Sie über das Huhn wissen müssen, erfahren Sie hier.

Das Huhn

WOFÜR BRAUCHT MAN EINEN HAHN?

Der Hahn wird zur Befruchtung der Eier benötigt. Also wenn gezüchtet werden soll, benötigt man dazu einen geeigneten Hahn.

 

WARUM KRÄHEN HÄHNE?

Krähen dient der Markierung des Reviers. Entsprechend ihres relativ gut entwickelten Gehörs verfügen Hühner über zahlreiche sehr gut unterscheidbare Lautäußerungen, um mit ihren Artgenossen zu kommunizieren oder Feinde abzuschrecken. Bis zu dreißig verschiedene Lautäußerungen werden unterschieden.

Das Krähen des Hahnes ruft besonders morgens bei so manchem Nachbarn Unmut hervor, da es bei ruhiger Umgebung noch in weiter Entfernung zu hören ist. Dies verführt oft jeden weiteren Hahn in der Umgebung zu einem Krähduell. Früher wurde das Krähen sehr geschätzt, da es Zauberer und Dämonen vertrieb, damit galt der Hahn als Beschützer von Haus und Vieh. Heute sollte man sich vor der Anschaffung eines Hahnes mit den Nachbarn verständigen.

Hühner krähen nur selten laut, es sei denn sie werden erschreckt z. B. wenn sich ein Hund oder eine Katze sehr schnell nähert. Man kann aber auch beobachten, dass einzelne dominante Hennen das Krähen des Hahnes nachahmen.

Vor der Anschaffung von Hühnern sollte besonders in neu errichteten Baugebieten ein Blick in den Bebauungsplan geworfen werden, denn es gibt Bebauungspläne, die das Halten von Geflügel ausdrücklich verbieten (hauptsächlich wegen der „Lärmbelästigung“ durch Hähne).

 

WIE WERDEN HÜHNER ZAHM?

Manche Rassen lassen sich leichter als andere zähmen. Es hilft, wenn man schon die Küken scheuer Rassen an Radiogeräusche gewöhnt, so erschrecken sie dann später nicht so leicht vor anderem Lärm.

Es hilft sehr, wenn man schon den Küken Leckereien aus der Hand anbietet. z.B. gekeimte Samen, einen Regenwurm oder frischen Löwenzahn. Tut man dies ruhig und redet immer in der gleichen Stimmlage, gewöhnen sich die Tiere rasch daran und fressen bald aus der Hand, sobald sie die vertrauten Laute hören. Fassen sie die Tiere ruhig öfter an, um sie an sie zu gewöhnen. Verhalten sie sich in der Nähe der Tiere ruhig und ohne Hektik. Scheuchen sie die Tiere niemals umher, und sie werden sich bald an sie gewöhnen.

 

KÖNNEN HÜHNER AUF DEN ARM GENOMMEN WERDEN?

Natürlich können Hühner auf den Arm genommen werden, am besten geht man so vor: Zunächst legt man eine Hand auf den Rücken des Tieres, das daraufhin meist stillhält und sich hinhockt. Stecken sie dann die andere Hand unter das Tier zwischen dessen Beinen. Mit etwas Geschick kann man mit der gleichen Hand auch die Flügelspitzen gegen den Körper des Huhnes drücken. Die andere Hand ruht weiter auf dem Rücken des Tieres. So lässt sich ein Huhn aufheben und tragen, ohne es in Panik zu versetzen. Geraten auch sie nicht in Panik, wenn es auf ihrer Haut krabbelt. Das sind in der Regel  Hühnermilben, die für den Menschen ungefährlich sind und nach einiger Zeit wieder verschwinden. Im Interesse ihrer Tiere sollten sie Milben aber unbedingt bekämpfen. Da diese Tiere in der Regel in Massen auftreten und sie Blutsauger sind (gilt nur für Hühnervögel), können diese Tierchen, die man mit bloßem Auge kaum sieht, wahre Quälgeister ihrer Lieblinge sein und sollten auf jeden Fall bekämpft werden.

 

WORAN ERKENNT MAN EIN GESUNDES HUHN?

Vitale gesunde Hühner sind immer in Bewegung, indem sie z.B. nach Futter suchen, Sandbäder nehmen, Sonnenbaden, in der Erde scharren oder ihr Gefieder putzen. Um die Tiere auf Parasitenbefall zu überprüfen, sollte man unter das Gefieder schauen. Manche Parasiten sieht man mit bloßen Auge, andere spürt man auf der Haut, siehe dazu Ratgeber.

Das Gefieder rund um die Kloake muss stets sauber sein, der Kot im Stall oder Gehege soll fest und teilweise weiß-gelblich sein. Kamm und Kopflappen sind bei gesunden ausgewachsenen Tieren, die nicht gerade brüten oder in der Mauser sind, in der Regel gut durchblutet und daher rot. Blasse Kämme deuten oft auf eine schlechte Verfassung hin. Die Augen müssen klar sein und das Gefieder sollte stets glänzen und fest anliegen.(Gefieder ohne kahle Stellen oder Beschädigungen durch Federlinge). Beim Hochheben muss sich der Körper des Huhnes fest anfühlen. Wenn man das Brustbein ertasten kann, ist das Tier zu mager.

Dies alles gilt nur für das ausgewachsene Huhn, halbwüchsige Tiere oder solche in der Mauser sehen oft sehr zerzaust aus.

 

KÖNNEN HÜHNER SICH VERSTÄNDIGEN?

Wer möchte nicht die Sprache seiner gefiederten Lieblinge verstehen? Entsprechend ihrem gut entwickelten Gehör verfügen Hühner über zahlreiche gut unterscheidbare Lautäußerungen, um mit anderen zu kommunizieren oder gar Feinde abzuschrecken. Insgesamt unterscheidet man mehr als dreißig unterschiedliche Lautäußerungen beim Huhn.

Oft hört man z.B. den Herdenruf, mit dem die Henne nach dem Eierlegen die Verbindung zur Herde wieder aufnimmt .Einzelne Hennen - besonders in hahnlosen Herden - gewöhnen sich sogar das Krähen an. Oder haben sie schon mal einer Glucke zugehört, die mit den Küken kommuniziert, wie viele unterschiedliche Laute sie äußern kann und wie sie damit die Küken dirigiert. Also beobachten sie ihre Hühner mal genauer und vielleicht gelingt es ihnen, ihre Sprache zu verstehen.

 

KANN MAN HÜHNER DRESSIEREN?

Ob man Hühnern bestimmte Kunststücke beibringen kann, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten, dazu müssten sie einen Fachmann für Tierdressuren befragen.

Auf jeden Fall kann man ihnen bestimmte Verhaltensweisen beibringen. Will man z.B. zu bestimmten Tageszeiten alle in den Stall locken, kann man bei bestimmten Lauten Körner in den Stall streuen und sie damit anlocken. Das Gleiche kann man machen, wenn man sie in bestimmte Teile eines großen Auslaufes locken will, wobei Hühner sich in der Regel nicht mehr als 30 m über offenes Gelände vom Stall aus wegbewegen.

 

HABEN HÜHNER NATÜRLICHE FEINDE?

In der ursprünglichen Heimat der Hühner hatten sie eine ganze Menge Feinde und wurden oft leichte Beute von Raubtieren, deshalb haben sie sehr schnell gelernt, sich in Gruppen zusammen zu schließen, da sie keine eigenen Abwehrmechanismen haben außer die Sporen des Hahnes. Er ist aber nur in einem offenen Kampf in der Lage, diese auch zu nutzen. In der Abwehr der Feinde spielt der Hahn eine große Rolle. Oft kann man im Hühnerauslauf beobachten, wie der Hahn bestimmte Laute von sich gibt und alle Hennen in Deckung rasen, meistens hat der Hahn dann einen Raubvogel gesichtet.

Der Fuchs gilt in unsere Breiten nach wie vor als Hühnerdieb und immer öfter kann man beobachten, dass sich Füchse auch in städtischen Gebieten an Hühnern vergreifen. Hier gilt also unsere größte Wachsamkeit. Wiesel und Marder greifen Küken und auch junge Hühner an. Glaubt man den Presseberichten so vergreift sich der Bär auch mal an Hühnern.

 

WARUM FLIEGEN HÜHNER NICHT ÜBER WEITE STRECKEN?

Hühner gehören zu den Hühnervögeln, sind aber nicht in der Lage über weite Strecken zu fliegen. Die Flugleistung und auch das Temperament sind durchaus sehr unterschiedlich innerhalb der einzelnen Rassen. So unterscheiden wir Rassen, die ausgesprochen fluglustig sind und gerne Ausflüge über den Zaun in Nachbars Garten unternehmen von sehr ruhigen Rassen, die kaum zu Flugmanövern neigen und für die auch ein sehr niedriger Zaun ausreicht.

 

DARF MAN HÜHNER WASCHEN?

Wenn man Hühner auf Ausstellungen zeigen möchte, wird besonders bei weißem Geflügel eine Wäsche zur Reinigung des Federkleides notwendig sein.

Vor einem kompletten Eintauchen der Tiere in lauwarmes Wasser braucht man sich nicht zu fürchten, das schadet den Hühnern nicht. Wichtig ist allerdings, dass sie während der kalten Jahreszeit und auch bei Regen sorgfältig mit dem Fön getrocknet werden.

Bei der Frage nach der Waschmittelverwendung gehen die Meinungen auseinander. Manche verwenden einige Tropfen Geschirrspülmittel, andere etwas Feinwaschmittel. Wird ein Zusatzmittel verwendet muss auf jeden Fall mit klarem Wasser nachgespült werden.

 

WIE SEHEN HÜHNER?

Hühner sind speziell für das Sehen in der Nähe ausgestattet. Unserem Haushuhn fehlt die ausgeprägte Tiefenwahrnehmung. So kann man beobachten, dass Hühner, wenn sie etwas genauer fixieren wollen ständig den Kopf wenden oder durch Zickzackgang das Objekt anpeilen.

Sieht ein Huhn nach einem Artgenossen, so erscheint ihm dieser in 30 m Entfernung z.B. so groß wie ein Maiskorn auf 4 m Abstand. In mehr als 50 m Entfernung können Hühner einander nicht mehr sehen. Ein Maiskorn kann höchstens in 5 m Entfernung erkannt werden.

Beim Farbsehen ist wahrscheinlich Rotgelb die deutlichste Farbe. Zweckmäßig ist die Fähigkeit, bewegliche kleine Objekte in der näheren Umgebung zielsicher sehen und anpicken zu können. Es erleichtert die Futtersuche von Samen, Insekten, Würmern usw.

 

WARUM GIBT MAN HÜHNERN EIN LICHTPROGRAMM?

Die natürlichen Legepausen in der Hühnerhaltung (Mauser) sind auf die jahreszeitlichen Tageslängen zurückzuführen. Ein Lichtprogramm steuert die Aufrechterhaltung der Legeleistung zu jeder Jahreszeit. Es täuscht den Hühnern die lange Tageslichtdauer der Frühjahrs- und Sommertage auch während der dunklen Jahreszeit vor.

Das Licht wirkt über das Auge auf die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und löst eine Ausschüttung von Hormonen aus, die ihrerseits die Eierstöcke zur Tätigkeit anregen. Eine vermehrte Futter und Wasseraufnahme ist die Folge und damit auch eine verbesserte Legeleistung. Als Lampen sollten normale Glühbirnen und keine Neonröhren verwendet werden, da das Huhn das Flackern der Röhre wahrnimmt. Die Beleuchtung sollte ca. 4 Watt pro m2 betragen.

 

FRESSEN HÜHNER REGENWÜRMER UND INSEKTEN?

Das Huhn ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt es sich von Sämereien, Grünzeug und allerlei Tierischem wie kleinen Schnecken, Engerlingen, Würmern und Insekten.

Sie jagen sogar Fliegen, Käfer und junge Mäuse, wenn sie Gelegenheit dazu finden. Da Hühner gerne täglich etwas tierisches Eiweiß fressen, kann man Regenwürmer sammeln oder im Zoohandel Fliegenmaden oder Mehlwürmer kaufen. Die meisten Hühner sind ganz versessen auf solche Leckerbissen.

Tipp: Hühner und Meisen lieben die Raupen des Frostspanners (ein Obstbaumschädling, dessen Raupe bei hohem Befall ganze Obstbäume kahl fressen können). Die Hühner sollten im Mai und Juni, wenn die Raupen ihre Verpuppungsplätze aufsuchen, unter die befallenen Bäume gelassen werden. Schnell werden die Hühner die Raupen aufpicken und die Puppen aus dem Boden scharren und auffressen. Auch Meisen füttern ihre Jungen mit den Raupen des Frostspanners.

 

KANN MAN HÜHNER AUCH NATURHEILKUNDLICH BEHANDELN (Z.B. HOMÖOPATHISCH)?

Diese Behandlungsmethode setzt ein gutes Herdenmanagement und eine gute Beobachtungsgabe, Erfahrung und ein grundlegendes Wissen über die Behandlungsmethode voraus. Erfahrungen aus der Praxis auch großer Herden zeigen, dass diese Methode der Heilung gut geeignet ist und gute Erfolge zeigt.

Grundsätzlich gilt es, durch Vorbeugung und genaues Beobachten der Tiere ihren Bedarf zu erkennen und sie durch Vorbeugemaßnahmen gesund zu erhalten. Beim Erkennen bestimmter Symptome sollte eine Behandlung durch fachkundige Personen sofort einsetzen. Fühlt sich der Halter nicht in der Lage, hier selbst aktiv zu werden, so finden sich in jeder Region Tierärzte oder Tierheilpraktiker, die man zu Rate ziehen kann.

Tipps zur Vorbeugung: Helle Farben im Haus wählen, luftigen und hellen Stall bauen, den Kot nicht im Stall sammeln, sondern ihn möglichst schnell aus dem Stall befördern, da es besonders im Sommer zu hohen Ammoniak-Ausdünstungen in Ställen mit Kotgrube kommt, den Hühnern Beschäftigung bieten z.B. durch Strohballen, Verabreichung von Brottrunk zur allgemeinen Stärkung, Obstessig ins Trinkwasser als Prophylaxe, auch effektive Mikroorganismen über den Einstreu gesprüht oder ins Trinkwasser zeigen positive Wirkung auf die Gesundheit und Vitalität unser Haushühner.

 

WELCHE AUFGABEN HAT EIN HAHN?

Hühner leben nicht wie die Gänse in Einehe, sondern im Harem mit einem Hahn fühlen sie sich sehr wohl. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Hahnes zählt neben der Fortpflanzung auch die Wahrung des sozialen Friedens. Ist ein Hahn in der Herde gibt es weniger Streitigkeiten und Rangeleien unter den Hennen. Ebenso gehört der Schutz und die Bewachung der Herde zu seinen Aufgaben. Im größeren Auslauf kann man oft beobachten, wenn sich z.B. ein Raubvogel zeigt, dass der Hahn einen Schrei ausstößt und alle Hennen fluchtartig in Deckung rennen.

Hähne, die Menschen angreifen, um ihre Hennen zu schützen, sind keine Seltenheit. Man kann auch immer wieder beobachten, dass Hähne großzügig die besten Leckerbissen ihren Damen überlassen und ihnen sogar bei der Suche nach einer Stelle zum  Eiablegen behilflich sind.
 


WIE ERFOLGT DIE BEFRUCHTUNG?

Die geschlechtliche Aktivität ist in den Nachmittagsstunden am größten.

Die Zuwendung des Hahnes zu einer Henne hängt von bestimmten Eigenschaften einzelner Hennen ab, z.B. Gesamtvitalität der Henne, die soziale Rangordnung. Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass ranghöchste Hennen sich am wenigsten dem Hahn unterwerfen.

Das Balzverhalten des Hahnes kann die Henne auf verschiedenste Weise beantworten: Hinducken zum Geschlechtsakt, Ablehnung oder Flüchten. Das Aussehen des Hahnes ist mitentscheidend, neben der Paarungsbereitschaft der Henne. Welche Merkmale beim Hahn den Hennen besonders gefallen, ist schwer auszumachen. Es scheint vom individuellen Geschmack der Hennen abzuhängen. Bei schweren Hühnerrassen benötigt man für zehn Hennen einen Hahn (bei leichten ca. fünfzehn). Am besten sind junge, vitale Hähne, die sich in der Herde durchsetzen können.

Aufpassen sollte man bei mehreren Hähnen: Sie können durch Rivalitäten das Begatten der Hennen vernachlässigen und damit den Zuchterfolg mindern. Nach der Paarung gelangen die Spermien sehr schnell in die obere Region des Eileiters, wo sie in kleinen Ausbuchtungen, den Samentaschen, eingelagert werden und bis zu drei Wochen befruchtungsfähig bleiben.

 

GIBT ES EINE RANGORDNUNG UNTER DEN HÜHNERN?

Ja, die gibt es,und zwar ist sie sehr ausgeprägt. Das Huhn lebt in einem sozialen Verbund, wo es höherrangige und niederrangige Mitglieder gibt, der Führer einer Schar ist in der Regel der Hahn. Aber auch einzelne Hennen können die Führerschaft übernehmen. Die Rangordnung wird in der Regel durch kleine Kämpfe ausgetragen, diese können unter Hähnen auch schon mal blutig werden.

Beobachten sie einmal wie abends die Schlafplätze eingenommen werden. Die ranghöchste Henne kann unbehelligt den besten Schlafplatz einnehmen. Abend sind gerade die ranghöchsten Tiere noch im Auslauf oder Stall aktiv, so  das die rangniederen schon mal die guten Schlafplätze einnehmen. Die Führer der Tiere vertreiben die schwächeren ohne Kämpfe, wenn sie dann auch auf die Stage kommen. Vor der Dunkelheit sitzen dann alle scheinbar einträchtig zusammen auf der Stange. Dies verschafft allen ein Gefühl der Zugehörigkeit und gibt Sicherheit.
 


BRAUCHT MAN EINEN HAHN?

Wer nicht züchten will, benötigt keinen Hahn. In den Legebatterien, aus denen der größte Teil unser Supermarkt-Eier kommt, sind auch keine Hähne vorhanden. Hennen brauchen zum "Glücklichsein" keinen Partner, sie haben meist schon genug Probleme mit der Hackordnung untereinander. In der Regel übernimmt in einer hahnlosen Schar eine Henne die Rolle des Hahnes. Sie benimmt sich dominant, manche versuchen sogar zu krähen wie Hähne.